Verwickelt!

Mein heutiges Titelbild ist kein Kunstwerk von Tracey Emin. Gleichwohl  trifft es unsere Gefühle!

Irgendetwas scheint in Amerika schief zu laufen, so dass man der Sitzung der Fed am kommenden Mittwoch, wo eventuelle über höhere Zinsen und über eine Jahresendrallye in ihrer letzten Phase entschieden wird,  zitternd entgegenblickt. Die Inflationserwartungen wollen nicht steigen, obwohl sich der Arbeitsmarkt kontinuierlich erholt.

Darf unter diesen Bedingungen Euro überhaupt noch fallen? Beruhte  Herrn Draghis „forward guidance“, dass Euro zum Dollar in den kommenden Jahren bei 1,25 zu erwarten sei, darauf, dass Euro gar nicht fallen kann ohne der amerikanischen Wirtschaft zu schaden? Ließ deshalb Herr Draghi in der letzten Pressekonferenz die Journalisten und alle Erwartungen auflaufen? Was wird aus den QE- Maßnahmen der EZB, die – als Fortführung des japanischen und amerikanischen Ansatzes – einen Liquiditätsschub für die Märkte bringen sollen?….so hoffte man doch bislang für Anfang des neuen Jahres. Folgt stattdessen eine Fortsetzung des amerikanischen QE?

Was wird, wenn China seine Dollarreserven weiter schrittweise verkauft? Ist Amerika nicht in der Lage eine Win-Win-Situation zu schaffen? Der Unterschied zwischen Führung und Macht? Wird sich das Knäuel  nach unten auflösen? Schleichend und langsam?

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Das Jahr ist noch nicht beende. Im gegenwärtigen Zustand sieht die Jahreskerze in Dax nicht erfreulich aus.

Sie, lieber Leser, geben nicht viel auf solche Betrachtungen? Die Subjektivität solcher Linien erscheint ihnen viel zu groß?

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Ich will die Sache nicht vertiefen: es gibt zu viele unberechenbare Faktoren. Das konnte man am

Freitag schon erleben, als die amerikanischen Indizes ihren „Inverted Hammer“ doch widerrufen hatten und Dax flux unter die Schwarze Linie katapultierten. Ein Abriss von der feinsten Art, der ganz spät am Abend noch an der 9.535er Barriere landete, deutlich tiefer, als ich es für eine negative Situation vorgesehen hatte.

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Von nun an sind alle Kurse akzeptabel, die sich bis an die 9.350 Punkte bewegen. Dort verläuft die 50-Tagelinie und jetzt auch das untere Bollingerband, das zum Glück noch steigt. Verliert aber die 20-Tagelinie in den kommenden Tagen an Schwung, wird sich das ändern und nach einer Zwischenerholung könnte eine wichtige Entscheidung folgen.

Bis zum Jahresschluss haben wir in Deutschland nur noch achteinhalb Handelstage. Die erste Hälfte davon wird von unkalkulierbaren Ereignissen begleitet. Es könnte sein, dass Dax dabei die 9.142er Barriere berührt.

In vieler Hinsicht ist dies charttechnisch eine Entscheidungsmarke, denn einmal verläuft dort die bereits Mitte Oktober getestete Beschleunigungslinie und – ganz zufällig auch – meine Finanzkrisenüberwindungslinie (FinanzKüLi), die denjenigien, die meinen  Blog schon länger lesen, in Erinnerung sein dürfte. Die Gap-Linie entstand zur Jahresendrallye 2012 aus der ersten Korrektur nach Herrn Draghis beeindruckendem Auftritt, mit dem er sich in die Gehirne einbrannte.

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Nicht nur aus Sicht der FinanzKüLi  würde eine Umkehr in diesem Bereich willkommen sein. Eine plötzliche Wende an dieser Stelle könnte auch eine isks-Formation begründen, die Dax etwa 1000 Punkte nach oben verschaffte mit der Hoffnung auf 1.750 Punkte mehr. Das würde sehr gut in den Präsidentschaftszyklus passen!

Bei nachhaltigem Unterschreiten der 9.142er / 9.021er Barrieren müsste man befürchten, dass das größere Expandierende Dreieck aktiviert wird, so wie wir es am Freitag beim kleineren erlebten. Daraus würden keine guten Aussichten für 2015 erwachsen. 7.100 / 7.000 wären das Ziel – vermutlich nicht schnell, sondern stufenweise. Bevor sich nicht klar abzeichnet, wie der Markt seine Umstände deutet, bleibe ich mit Investitionen zurückhaltend.

Aufmerkamkeitslinie:

Dax beendete den Handel am Freitag um 22.00Uhr mit 9.543 Punkten im Abwärtsmodus knapp oberhalb der 200-Tagelinie, die bei 9.530 Punkten verläuft. Damit deutet sich an, dass er mit einem großen Gap-Down in die Weihnachtswoche starten könnte. Um das kleine Gap unterhalb der 200-Tagelinie zu schließen, könnte er bis 9.484 oder auch bis 9.472 fallen. Löst das eine Gegenreaktion aus, wird Dax versuchen zur Aufmerksamkeitslinie zu gelangen. Sie verläuft am Montag bei 9.667 Punkten. Dax müsste aber infolge 9.686 überwinden, um oberhalb von 9.704 seine Kurse noch einmal innerhalb des kleinen expandierenden Dreiecks platzieren zu können. Der Bereich ab 9.620 und um die 9.656er Barriere herum  ist mit vielen kleinen wirksamen Widerständen versehen.

Bietet die 200-Tagelinie keinen hinreichenden Grund seine Abwärtsfahrt zu bremsen, könnte Dax direkt auch weiter sausen bis 9.444 oder bis  zur 50-Tagelinie. 9.408, 9.399, 9.380 /9.352 /9.348/ 9.332  – dies alles könnten Ankunftsmarken darstellen.

Eine Stabilisierung des Ölpreises, bei Brent 60/ 58Dollar, würde sicher unmittelbar eine positive Reaktion im Markt auslösen, auch Gold nach oben ziehen.

Gesundheit und Wohlbefinden

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PS: Die Infographik oben habe ich einem Aufsatz  the-feds-policy- entnommen, den ich dank Gil Paz‘ Recherchen fand.

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