Eile ist die Mutter der Unvollkommenheit

Auf der Suche nach einer Überschrift für meinen Sonntagsletter bin ich auf  den oben zitierten sinnhaften Satz gestoßen. Sein Ursprung wird im brasilianischen Kulturraum angenommen. Er lässt sich prima anwenden auf den Chart und auf die Ereignisse in Europa, die sich schier überschlagen wollen. Wer sich ein wenig mit griechischer Geschichte befasst, stößt auf eine innige deutsch-griechische Liebe, die einen einseitigen Charakter hat und ihren Ursprung findet in den Jahren nach der Befreiung Griechenlands von der 400-jährigen Vorherrschaft des Osmanischen Reiches ab dem Jahre 1821. Manche der jüngsten Ereignisse – auch deren rasche Abfolge – erinnern an den bayerischen Otto, König von Griechenland. In der Münchener online-Zeitung tz findet man eine Zusammenfassung dieser historisch einzigartigen Liebe Wie König-Ludwig-Griechenland-rettete- .

DAX Pro 2

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Griechenland sucht neue Verbündete und wird sie, wegen seiner besonderen geographischen Lage, sicher finden. Historisch auch nicht neu wäre die Tatsache, dass ein Land, das sich weigert seine hoch aufgetürmten Schulden zu begleichen, den Zusammenbruch eines Finanzsystem, das sich selbst überforderte, beschleunigt. Es war der englische König Eduard III. der sich nach dem Hundertjährigen Krieg – eine endlose kriegerische Auseinandersetzung zwischen England und Frankreich – weigerte seine Staatsschulden zu begleichen. Er trieb damit ein europaweit verzweigtes Banksystem in den Bankrott. Das Bankensystem musste sich vollständig neu etablieren.

Aus dieser Zeit der Neugründungen blieb bis heute die italienische Banca Monte dei Paschi als älteste Bank der Welt übrig. Sie steht ja in letzter Zeit immer mal wieder in den Schlagzeilen.

Historisch betrachtet können wir uns beruhigen: Irgendwie geht es weiter.

Was machen unsere Aktienanlagen in der Zwischenzeit?  Vermutlich steigen: Rette sein Geld wer kann in Sachwertanlagen! Aber: Während der jüngsten Hype dürfte vornehmlich amerikanisches Geld in den deutschen Aktienmarkt geflossen sein. Es könnte ebenso schnell fliehen, wie es hinein drängte. Daher habe ich die alten tieferen Kursmarken in meinem Chart wieder aufgenommen. Ich halte es für möglich, dass wir in der kommenden Woche bis zu 800 Punkten im Dax verlieren. Es wird sich zeigen, wenn Dax unterhalb von 10.620 am Montagmorgen die Handelswoche eröffnet. Ein solches Gap-Down könnte den Startschuss geben.

Dem amerikanischen Markt waren am Freitagabend bereits die Knie weich geworden. Dow schloss erneut unterhalb der Durchbruchslinie. Die 200-Tagelinie ist nicht weit und kann nun angelaufen werden. Das untere Bollingerband zeigt sich bereit zu weiter fallenden Kursen. Kann die 200-Tagelinie nicht verteidigt werden, läßt sich das nächste Kursziel bei 16.362 konkretisieren.

 

 

 

Beide Öl-Sorten waren ab der Mittagszeit in die Höhe geschossen und notieren zum ersten Mal seit September vergangenen Jahres oberhalb der 20-Tagelinie. Erwartet man Unruhen?

 

 

 

 

Wenn Euro im Gegensatz zu Öl fällt, werden wir sehr schnell Inflation bekommen. Das ist es ja, was Herr Draghi sehen wollte. Ist ihm der Markt behilflich?  Welche Staatsanleihen will die EZB kaufen, wenn man sich mit Unruhen, auch in anderen europäischen Ländern, gegen die Euro-Politik wenden wird?

 

 

 

 

Bekommt die Russische Börse den geplanten Ausbruch noch hin – wenigstens in Rubel gerechnet -? Hier der Wochenchart.

 

 

 

 

 

 

Chinas Währung bleibt ungewohnt volatil. Es tobt der Bär? Der Wochenchart sieht sehr interessant aus. Mit Kursen unterhalb der 200-Tagelinie nähme eine 10-jährige Ära ihr Ende!

(hier sehen Sie fünf Jahre von dieser)

 

 

 

 

 

Shanghai konsolidiert nach einer Übertreibungsphase.

 

 

 

Aufmerksamkeitslinie:

Dax schloss am Freitagabend um 22.00 Uhr mit 10.647 Punkten unterhalb der wichtigen 10.684er Barriere im Abwärtsmodus.

Meine Aufmerksamkeitslinie fällt ein wenig – zum ersten Mal seit zwei Wochen . Für den Handel am Montag notiert sie bei 10.675 Punkten.

Kann Dax am Montag die 10.620 Punktemarke verteidigen oder zurückerobern, wird Dax versuchen die Aufmerksamkeitslinie zu erreichen. Gelingt ihm das, könnte er auch über die 10.684er Barriere hinweg bis 10.718 und 10.730 Punkte kommen.

Eröffnet Dax mit einem Gap unterhalb der 10.620er Marke, und kann er diese nicht zurückerobern bzw. überwinden, könnte ein schneller Kursverfall Dax bis 10.470, 10.462 zwingen, tiefer auch bis zur Barriere bei 10.427, die eigentlich halten sollte. Gelingt es Dax nicht sich dort zu stabilisieren, könnten Kurse bis 10.408 folgen, auch bis zur Gap-Linie aus den Hochs des Jahres 2011, die am Montag bei 10.344 verläuft.

Nimmt Dax am Montag mehr oder weniger dynamisch eine Abwärtsfahrt auf, drohten bis zum Ende der Woche Kurse im Bereich des Retracements 61,8%,  gerechnet vom Allzeithoch bis zum Tief des vergangenen Oktobers.  Der Zielbereich könnten zwischen 9.966 (violette Japan-Linie) bis 9.854 Punkten liegen (Schwarze Linie). Hier müsste man beachten, ob Dax die Richtung wechseln kann. Im positiven  Falle könnte er versuchen zur „Besten Linie“, dann im Bereich der 10.941er Barriere,  zu gelangen.

Ein Abgleich meiner Barrieren mit Fibonacci-Prinzipien könnte untermauern, dass etwas oberhalb der 10.805er Barriere die Aufwärtsphase  eine Unterbrechung findet.

Auch sonst mag der geneigte Leser an meinen Barrieren Beschleunigungs- oder stagnierende Phasen erkennen, die sich hier im Überblick als gerechtfertigt erweisen und als mehr denn reine „Zufälligkeiten“.

marketSentiment

Ratsam erscheint es, Ruhe zu bewahren; streben Sie Vollkommenheit an, sollten Sie Eile meiden, beachten Sie aber: Das Sentiment nähert sich dem Panic-Modus!

Gesundheit und Wohlbefinden

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