Alarm!

 

Ja, lieber Leser, ich läute die Alarmglocke heute. Laut und lang! Aufwachen, liebe Leute, es droht der Weltuntergang  an den Finanzmärkten!

Freilich, so schlimm wird es hoffentlich nicht werden.  Es kann ja sein, dass ich mich komplett irre und morgen wird gekauft. Vielleicht haben wir  nur eine neue Variante des Spieles der Katze mit der Maus vor Augen.

Tatsächlich aber könnte es sein: Die Katze will die Maus vertilgen.

Dax Pro

bitte anklicken zum Vergrößern 

Charttechnisch gab es in der vergangenen Woche ausreichend Warnungen, die ein Ende der Hausse ankündigten und mehr als eine Konsolidierung. Der Fehlausbruch hinauf auf die 8.276er Marke war eine solche Warnung und wurde – wie es bei Fehlausbrüchen  so ist – mit einer dynamischen Abwärtsbewegung beantwortet, die ein großes Gap in Abwärtsrichtung an markanter Stelle eröffnete.

Die Nervosität, die bisher so oft die Kurses auf und ab pendeln ließ, wandelte sich nun in Entschlusskraft. Der Verkaufsknopf war die häufigst gedrückte Taste, zog mit  sich die Stop-Orders und weiter in die Tiefe.

Das Bollingerband wurde bereits am Donnerstag gesprengt und konnte auch am Freitag keinen Halt bieten. Ein typisches Merkmal für eine haltlose Situation mit eigener Dynamik.

Dynamisch setzt sich vermutlich die eingeschlagene Richtung fort und wird im Folgenden  nicht an der 200-Tagelinie zur Ruhe kommen.  Das erste Ziel rufe ich bei 6.783 auf.

Wie schnell wird es kommen, wenn überhaupt?

Das kann ich nicht wissen. Ich kann nur kommunizieren, was ich in den Charts erkenne: Es sieht dynamisch aus.

Andere Analysisten erwarten schon nach den drei kräftig roten Kerzen der vergangenen Handelstage eine Käuferinvasion. In gewisser Weise macht das Sinn…Sie können es selbst im Chart nachzählen und damit eine Wahrscheinlichkeit bestätigen.

Wie es Fehlausbrüche gibt, gibt es auch Fehlinformationen und Fehlinterpretationen. Das liegt in der menschlichen Natur, mit der wir es beim Lesen von Charts und deren Struktur zu tun haben. Die Fehler können sich im Chart und bei dessen Interpreten einstellen und finden lassen. Das macht Börse so schwierig.

Ich erinnere Sie daran, dass Sie es bei meinen Börsenkommentaren nicht mit Prognosen sondern mit Hypothesen zu tun haben, die bestätigt werden müssen. Es ist ein menschlicher Erkenntnisvorgang, wie er allen orakelnden Aussagen innewohnt. Gleichgültig  welche Richtung wir als nächste erwarten…..

Lassen Sie sich aber bitte vom erläuternden Text nicht in die Irre führen und Hoffnungen verlängern bezüglich einer Fortsetzung der Hausse, nur weil ich mich irren könnte. Sehen Sie darin lieber meine Unterstützung, wie Sie zu eigenen Entscheidungen finden können.

Der „große“ Abwärtstrend aus 2007 würde mit dem Erreichen des ersten Zieles gebrochen sein und drei, bislang offen geblieben Gaps, geschlossen.

Dax könnte nach Abschluss dieser Phase folglich auch das Schließen des Bullish Island Reversal Gaps aus Juni 2012 ins Auge fassen.

Dax kursindex

Dax Kursindex hatte am Freitag bereits die 200-Tagelinie weit unterschritten. Vielleicht versucht er sie zurückzuerobern? Vielleicht aber auch genügte ihm  die Ankündigung einer Bedrohung im April, die jetzt umgesetzt werden will!

Ich beurteile die Situation so: Es droht ein Zusammenbruch der Weltfinanzmärkte.

 

 

 

 

Euro bund AusbruchMit den Aktienkursen fallen die Staatsanleihen; mithin: die Zinsen steigen

 

 

 

 

 

Euro bund lang

…..viel schlimmer aber ist noch, dass sich die positive Korrelation zwischen Staatsanleihen und Aktienmärkten fortsetzt.

 

 

 

DAX versus Euro BundSie erkennen am langfristigen Chart des Euro Bund Future, der die Bewertung der Staatsanleihen begleitet, dass seit der Finanzkrise in 2007/2009 die Staatsanleihen deutlich stärker als die Aktienmärkte gestiegen sind.

In einem gesunden Markt würden die Staatsanleihen in der Bewertung gefallen sein, während die Aktienmärkte stiegen.

Nun setzt sich die positive Korrelation fort, indem beide fallen. Das Geld ist in Not. Wo soll es bleiben?

 

 

Dem Versuch des Herrn Bernanke, den Märkten Vertrauen zu suggerieren, wird nicht gefolgt. Das Große Geld macht sich offensichtlich seine eigenen Gedanken und sieht ringsum die Staaten in Not.

Da ist nicht nur China und Europa, auch die Emerging Markets kommen unter Druck. Eine kleine Auswahl von Artikel zu diesen Themen gebe ich Ihnen unten im Post Scriptum bekannt.

Ein rascher Verfall der Aktienwerte könnte zumindest Platz schaffen um Geld in wichtigen Weltunternehmen  einigermaßen zu sichern, bis das System eine Lösung gefunden haben könnte. Angesichts einer drohenden weltweiten Rezession, scheinen die derzeitigen Preise nicht angemessen.

Möglicherweise gibt es zwischendurch immer mal wieder Käufe…ganz einfach: So viel Geld kann nicht auf einmal platziert werden.

 

GoldAuch Gold könnte kurzfristig attraktiv werden.

 

 

 

 

 

 

CRB2Im Zuge der allgemeinen Wirren erwarte ich weiter starke Turbulenzen bei den Währungen, die geprägt sein könnten von einem steigendem Dollar, wobei die Rohstoffpreise, weiter fallen könnten.

Hier zeigte sich kurzfristig eine inverse  Korrelation. Das ist positiv und könnte eine Unterstützung für die meisten Wirtschaften bieten..

Fällt der Dollar und die Rohstoffe mit, würde das Bild komplett aus den Fugen geraten

 

EURSo gesehen, kommt dem Test der 200-Tagelinie beim Währungspaar EUR/USD eine besondere Bedeutung zu.  Schnell könnte sich Euro dafür entscheiden eine alte Einschätzung der Lage wieder aufleben zu lassen, um Kurse bei 1,18 anzusteuern.

 

 

 

 

 

NIKKEINikkei profitierte bereits am Freitag vom steigenden Dollar. Bleibt es dabei, könnten andere Indizes  auch angesteckt werden.

 

 

 

 

 

HANGHangSeng jedoch reagiert schon länger sensibel auf die allgemeine Situation und hatte zum Wochenschluss eine wichtige Trendlinie durchschlagen.

 

 

 

Aufmerksamkeitslinie:

DAXDax konnte sich zum Handelsende um 22.00 Uhr etwas von seinem Tagestief bei. 7.771 erholen.

Mit 7.827 Punkten blieb er jedoch fast 100 Punkte entfernt von der einschlägigen Marke (7.921), die einen Wechsel der Lage signalisierte.

Kann er sie zurückerobern, so stehen die Chancen gut, dass er das ehemalige Allzeithoch aus 2007 bei 8.152 Punkten auch wieder erreicht.

Solange er aber in einem Abwärtsmodus verbleibt, ist damit zu rechnen, dass er die 200-Tagelinie aufsuchen möchte.

Gesundheit und Wohlbefinden

 

PS:

Horst Löchel: Chinas Banken

Harald Uhlig, Professor für Volkswirtschaftslehre in Chicago: …zur Europäischen Zentralbank

Markus Koch : Emerging Markets: Brasilien

Schreibe einen Kommentar